Einleitung

Liebe LTVerinnen und LTVer

Der Rückblick auf den Beginn der 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts unter der Überschrift „Der LTV gibt sich ein neues Gesicht“, genauer gesagt, mit der Verabschiedung einer neuen zeitgemäßen Satzung für einen Mehrspartenverein hat unter den älteren Mitgliedern und – so ist zu hoffen – auch bei vielen Jüngeren eine erfreuliche Aufnahme gefunden. Die Lokalsportredaktion des IKZ hielt die Ausführungen zur Modernisierung eines Turnvereins alter Prägung in die damalige Moderne für einen größeren Leserkreis geeignet.
Wie angekündigt, habe ich das Augenmerk im Herbst 2021 auf die spannenden 80er Jahre gerichtet. Die Vereinsführung zeigte sich von dem Vorhaben, die Vereinsgeschichte dieses Jahrzehnts mit seinen Reformen, Entwicklungen, Höhen und Tiefen, näher zu beleuchten, sehr erfreut. Zielgruppe der Schilderung über die Jahre 1980 bis 1989 waren vorzugsweise die treuen, langjährigen Mitglieder und Weggefährten. Die Presse blieb zurückhaltend, da die Ausführungen nicht an einen bestimmten Erfolg, ein markantes Ereignis, geknüpft sind.
Dem vielfach geäußerten Wunsch entsprechend, habe ich mich dann daran begeben, die Zeit bis zur Jahrtausendwende zu analysieren. Die Quellen, die verfügbaren Unterlagen sind allerdings, das ist leider so, im Zeitalter der zu Ende gehenden Papiergeneration und zunehmender Digitalisierung immer spärlicher. Da wird zwar von den Funktionsträgern*innen in den Abteilungen „gespeichert“, aber nach Beendigung der Verantwortung in den Vorständen oftmals auch schnell „gelöscht“.
Meine Recherche gründet sich daher auf die Jahresberichte zu den jährlichen Hauptversammlungen der in Rede stehenden Jahre. Sie sind Spiegelbild des Auf und Ab, der ständigen Bemühungen um sportlichen Erfolg, um neue Mitglieder und nicht zuletzt um Trainer, Übungsleiter, Helfer und Mitarbeiter in der Vereinsverwaltung. Dabei wähle ich in der Darstellung die Gegenwartsform. So ist die Schilderung nach meiner Einschätzung realitätsnah, rückt das Vergangene wieder in den Fokus und vermittelt dem Leser das Gefühl, dabei gewesen zu sein.
Die bewährte Struktur aus dem vorhergehenden Bericht wird beibehalten, hier beginnend mit den arbeitsintensiven, teils aufregenden, aber immer zukunftsorientierten Angelegenheiten des Geschäftsführenden Vorstands. Spannend genug! Mit der namentlichen Nennung der jeweils handelnden Personen bin ich weiterhin zurückhaltend, ausgenommen natürlich herausragende sportliche Leistungen der Sportler*innen und besondere Ereignisse, die bestimmten Personen zuzuordnen sind. Der Rahmen dieser Betrachtung würde ansonsten gesprengt.
Legen wir los! Kommen Sie mit auf die Reise durch die Jahre 1990 bis 1999.

Der Vorstand

Zu Beginn des Jahrzehnts liegen Freud und Leid nah beieinander. Aloys Pollmeier 1990 und Paul Wiedenbruch 1991 gehören seit 70 Jahren zum Verein. Der jahrzehntelange Kassenwart Fritz Arens wird 1992 zum Ehrenmitglied ernannt. Kurz darauf erschüttert sein plötzlicher Tod den LTV.
Die Jahresberichte des Vorsitzenden und des Geschäftsführers zeigen über die Berichtsjahre ein Bild das von abnehmender Mitgliederzahl, hoher Fluktuation zwischen den Abteilungen zugleich aber von einem hohen Grad an Beitragszahlern im Lastschrifteinzugsverfahren – über 90 Prozent – gekennzeichnet ist. Ein Novum, ich greife hier vor, ist die Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung am 15.09.1995 um neue Mitgliedsbeiträge zu beschließen und die zugespitzte Situation der Leichtathletikabteilung (siehe dort) zu beraten.
„Die Viererbande“. Diese Charakterisierung der Personen in der Vereinsführung, schon in den 80er Jahren vernehmbar, entstammt in Anlehnung an politische Vorgänge in der Volksrepublik China einige Jahre zuvor, der Wahrnehmung in den Abteilungen. Frei nach dem Motto „Man hat es nicht leicht mit dem Quartett“, aber respektvoll anerkennend „Die richten es schon“.
Es ist ein Spiel wechselnder Gefühle. Um die vielen Exponate aus jetzt mehr als 110 Jahren des Bestehens dauerhaft zu sichern, richtet der LTV ein eigenes Archiv ein, das am 28.11.1991 in Räumen die das Ehepaar Wrobel zur Verfügung stellt und verantwortet, und unter großer Beachtung vorgestellt wird.
Neu im Verein ist auch ein Neujahrsempfang, erstmals am 22.01.1994, für alle Mitarbeiter im LTV, der in den nächsten Jahren seine Fortsetzung findet und mit Beiträgen verantwortlicher Vertreter der Stadt Iserlohn zu sportfachlichen Fragen ergänzt wird.
Jubiläen stehen an. 1994 sind Taekwon Do und Volleyball 20 Jahre dabei und als 7. Abteilung stößt Basketball zu den LTVern.
Zurückgehende Mitgliederzahlen bewegen die Verantwortlichen zu einer Offensive. „120 Jahre LTV – Kontinuität und Wandel“ heißt das Motto für einen „Tag der Offenen Tür“ 1997 in der Humpferthalle und im Waldstadion.
1997 und 1999, diese beiden Jahre, sind mit ihren Hauptversammlungen am 18.04.1997 und 12.03.1999 in bester Erinnerung. Im Vorfeld zur erstgenannten Mitgliederversammlung kündigen der 1. Vorsitzende Hans A. Röttger nach 26 Jahren an der Vereinsspitze und Wolfgang Rath nach 17 Jahren als Geschäftsführer an, sich nicht mehr zur Wahl zu stellen. Ein tiefer Einschnitt spüren viele Mitglieder, auch wenn mit dem langjährigen Vize Heinz Wrobel und Ingrid Herr aus der Turnabteilung erprobte Persönlichkeiten auf- bzw. nachrücken.
Das Vereinsleben beruhigt sich in der Folgezeit. Doch nicht lange. Wiederholte Querschüsse aus der Taekwon Do Abteilung schaffen Unfrieden. Die Hauptversammlung 1999 endet nach stürmischem Verlauf, LTV-untypisch, mit der mehrheitlichen Bestellung eines neuen Geschäftsführenden Vorstands in der Besetzung Rath, Gierke, Thomas und Ahlert.
Auf die neue Führungsmannschaft warten vielfältige Aufgaben. Geänderte Vorschriften für Vereine im Steuer- und Sozialversicherungsrecht sowie Anpassungen bei der Anerkennung von Spenden machen neue organisatorische Regelungen unumgänglich. Parallel dazu geht die Vereinsführung in die Offensive. Sie wirbt am 06.06.1999 mit einer Jugendparty um neue Mitglieder. Man geht optimistisch in das neue Jahrtausend…

Turnen

Das Turnen im LTV in den 90er Jahren ist geprägt von einer kontinuierlichen Entwicklung hin zum Leistungssport. Die Übungsangebote werden ständig weiterentwickelt. 1991 sehen die aufmerksamen Beobachter den Aufbau einer Jazztanzgruppe und weitere Fortschritte im Bereich Rhönradturnen, die sich 1992 in zahlreichen Meisterschaftsteilnahmen bestätigen. Ein Jahr später steht das nächste Landesturnfest (Ende Mai 1993) an. Die Vereinsmitglieder hören erstmals den Namen Angelika Pigulla. Die erst 7 Jahre alte Turnerin (Klasse Juti E/F) schafft die Aufnahme in den Landeskader. Um das talentierte Mädchen herum nimmt das Leistungsturnen in den Folgejahren richtig Fahrt auf.
1995 gelingt der Mädchenmannschaft der Aufstieg in die Gauliga. Mehr und mehr findet Turnen in der Berichterstattung des Lokalsports Beachtung. Gleich mehrere neue Gruppen starten 1996. Es werden Step-Aerobic, Gymnastik mit Thera-Bändern und therapeutisches Turnen ins Programm genommen.
Geräteturnen ist bekanntlich eine weibliche Domäne. Doch es gibt, wenn auch nur wenige, Leistungsturner im männlichen Bereich. Dafür stehen im LTV die Gebrüder Henry und Nico Stollenwerk. Beim Deutschen Turnfest in Hamburg 1994 erzielt Henry in der Klasse T 1 Platz 39 unter 4.600 Teilnehmern und Nico in der Klasse T 2 kommt auf Platz 20 unter 1.060 Mitstreitern. Henry gelingt 2 Jahre später erneut eine Topleistung. Er wird deutscher Vizemeister in Celle in der Klasse M 30.
Die Breite und Vielfalt des Turnens wird in den beiden letzten 90er Jahren erneut für jedermann sichtbar. 60 Sportler und Sportlerinnen fahren 1998 zum Deutschen Turnfest in die heimliche Hauptstadt Westfalens nach Münster und 1999 gelingt den Kunstturnerinnen aus der Landesliga 1 des Westfälischen Turnerbundes (WTB) der Aufstieg in die Oberliga. Angelika Pigulla wird Landesvizemeisterin in der AK 13. Die LTV-Turnabteilung geht zuversichtlich in das Jahr 2000.

Handball

Im Jahr 1990 startet die Handballabteilung breit aufgestellt mit 4 Seniorenmannschaften und die Bemühungen um den Nachwuchs fruchten. Der LTV geht in allen Jugendklassen in den Spielbetrieb.
Die Anstrengungen um Steigerung der Attraktivität des Handballsports finden im Herbst des Folgejahres mit Werbewochen für die Jugend durch Plakataktionen in den Schulen, Sporthallen und bei den Heimspielen ihre Fortsetzung. Zum festen Programm außerhalb des Sports haben sich Saisonabschlussfahrten, Weihnachtsfeiern und die Beteiligung an der Kiliankirmes etabliert.
Ein nicht LTV-spezifisches Problem rückt in der Folgezeit mehr und mehr in den Fokus. Es mangelt bei der Vielzahl von Mannschaften an ausreichend Schiedsrichtern. Das vorgegebene „Schirisoll“ ist nur schwer zu erreichen. Für einige Jahre stellen die Handballer 5 Seniorenteams. Alle schaffen 1993 den Klassenerhalt.
Überregional nachlassendes Interesse am Handballsport schlägt 1995 auf den Verein durch. Die Jugendtrainer berichten von Äußerungen wie „kein Bock auf Handball“. Wie ist dem beizukommen? Immerhin kämpfen 1996 wieder 7 Jugendmannschaften um Tore und Punkte.
Mit gr0ßzügiger finanzieller Unterstützung wird ein neuer Vereinsbus angeschafft um zunehmend weite Anreisen zu organisieren. Angenehm in Erinnerung ist zudem bei den Teilnehmern aus der A- und B-Jugend die fünftägige Reise zu einem Turnier in Ungarn.
Erfreulich wird zur Kenntnis genommen, dass 3 Kandidaten 1997 die Schiedsrichterprüfung ablegen.
Wie schon zuvor erwähnt, sind auch bei den Handballern die Jahre 1998 und 1999 von Bedeutung. Nicht zuletzt durch geburtenschwache Jahrgänge ist die Bildung von Spielgemeinschaften in der Jugend unumgänglich. Den Anfang macht 1998 die A-Jugend mit dem HTV Sundwig-Westig. Ein Jahr später folgt die C-Jugend mit dem TV Lössel.
Das Fusionsteam der A-Jugend (LTV/HTV) freut sich über den Aufstieg aus der Kreisliga in die Bezirksliga Südwest und die E-Jugend wird ungeschlagen Kreismeister. Abteilung wie Gesamtverein halten an der Politik fest, von Zahlungen an Spieler abzusehen. Da ist es nicht verwunderlich, dass einerseits die Jugendarbeit des LTV große Anerkennung findet, andererseits talentierte Sportler abgeworben werden. Einige machen im „neuen“ höherklassigen Verein ihren Weg, andere kehren später zum LTV zurück. So schließt sich für den Handball das Jahrzehnt, nicht zu vergessen, dass mit der Gründung des Handballkindergartens für die Jahrgänge der E- und F-Jugend Neuland betreten und eine weiteres Kapitel vom Handball im LTV aufgeschlagen wird.

Leichtathletik

Dieser Rückblick auf Laufen, Springen und Werfen im LTV ist vergleichsweise schnell beschrieben. Er reicht bis zum Ende des Jahres 1996. Höhen und Tiefen liegen nah beieinander. Die mit der Bildung der Leichtathletik-Gemeinschaft (LG) Iserlohn/Letmathe aus den Abteilungen des TuS Iserlohn 1846 und des Letmather TV 1877 zum 01.01.1991 erhofften sportlichen Erfolge stellen sich – auch für Insider – vergleichsweise schnell ein. Über die Vorgeschichte, die zur LG führt, ist bereits berichtet worden und muss hier nicht wiederholt werden.
Bei den Jugendmeisterschaften 1991 (19.-21.06.) in Berlin holt Sören Schröder den Deutschen Meistertitel über 800 m in der B-Jugend und schafft es 1 Jahr später bei den Junioren-Weltmeisterschaften in Seoul bis in den Zwischenlauf über die Zweirundendistanz.
Doch schon die erste Hauptversammlung am 12.03.1992 offenbart Unstimmigkeiten zwischen der LG-Führung und den beteiligten Vereinen. Die durchaus beachtlichen Leistungen der Aktiven aus beiden Vereinen, die zahlreiche Titel auf westfälischer und westdeutscher Ebene mit nach Hause bringen und die Mittelstreckler in den Landeskader aufrücken lassen, können nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich Unmut im Verhältnis zwischen LTV-Vorstand und Abteilungsleitung breitmacht. Im Frühjahr 1992 wird Trainer Bernd Jacob entlassen. Das LG Präsidium ist zu einer Offenlegung der finanziellen Verhältnisse im Gefolge zunehmender sportlicher Erfolge trotz wiederholter Aufforderung der Vereinsführung nicht bereit.
Im Jahr 1995 steht eine Neubesetzung des Abteilungsvorstands Leichtathletik an. Die neue Mannschaft löst die weiterhin bestehenden Differenzen trotz großer Ankündigung nicht, ganz im Gegenteil.
Ein letztes Mal gibt es sportliche Glanzlichter. Ilka Landsiedel wird Deutsche B-Jugendmeisterin über 300 m und Eric Daniels Vizemeister über 1500 m in der A-Jugend.
Das Ende der LG wird zunehmend von außen eingeleitet. Trainingsgruppen aus dem Gymnasium Letmathe führen zur Gründung eines neuen Leichtathletikvereins, dem LC Letmathe/Iserlohn. Dem LTV ist damit die sportliche Basis für die Leichtathletik entzogen. Vorstand und die Abteilungsleitungen des LTV ziehen vor dem Hintergrund fehlender Kassenberichte und Haushaltspläne der LG und aus der Tatsache, dass die LG rechtlich als BGB-Gesellschaft mit zumindest teilweiser steuerlicher Relevanz anzusehen ist, die Reißleine und kündigen im Interesse des Gesamtvereins die LG zum 31.12.1996. Das nachgelagerte finanzielle Auseinanderdividieren gestaltet sich mangels prüfbarer Unterlagen schwierig, bestätigt damit die Vorgehensweise der LTV-Vereinsführung und kann erst nach zeitraubenden Verhandlungen zu einem befriedigenden Abschluss gebracht werden.
Zweierlei bleibt in der Rückbetrachtung festzuhalten. Die sportliche Basis für Leichtathletik im LTV ist weggebrochen und angesichts fehlender Zukunftsperspektiven kündigt der Vorstand in den 2000er Jahren die Mitgliedschaft im Fachverband (FLVW).
Die aktiven, zumeist jugendlichen Sportlerinnen und Sportler, haben die Unruhe und Animositäten in der Trainerschaft zu Zeiten der LG nicht gestört. Sie kamen und kommen weiterhin sportlich fair miteinander aus.

Taekwon Do

Vieles in dieser Abteilung ähnelt der zuvor beschriebenen Entwicklung in der Leichtathletik. Tolle Leistungen sind gepaart mit mehr oder weniger dauerhaften Differenzen mit dem Geschäftsführenden Vorstand. Die Abteilung wächst stetig, kostet viel Geld bei vergleichsweise hohem Zusatzbeitrag Viele Wettkämpfe, weitere Reisen und zahlreiche Leistungsprüfungen vor Ort sind begrüßenswert, wecken aber auch Überlegungen nach mehr Selbständigkeit, bei einigen Führungspersonen Unabhängigkeit außerhalb des LTV. Doch noch ist es nicht soweit.
Zunächst feiert man am 16.06.1994 20 Jahre Taekwon Do im LTV. Die Taekwon Dokas findet man überall in Europa. Internationale und nationale Meisterschaften, Veranstaltungen vor Ort, Gürtelprüfungen und Kadermaßnahmen wiederholen sich Jahr für Jahr. Herausragend sind die Leistungen in den Jahren 1994 bis 1998 durch die Gebrüder Mustafa und Mimoun Khaddari. Erstgenannter wird 1994 Europameister in Bukarest; Mimoun zwei Jahre später ebenfalls Europameister in Zagreb und kann den Titel in Folgejahr in Patras erfolgreich verteidigen.
1998 ist ein Wendejahr. Hinter den Kulissen tut sich was. Ein neuer Abteilungsvorstand übernimmt das Ruder. Die neue Führung leitet in Beitragsangelegenheiten – ohne Kenntnis des Vorstands – gerichtliche Mahnverfahren ein. Damit nicht genug. Diese Vorgehensweise, die unverzüglich und ausdrücklich missbilligt wird, ist aber nur der Auftakt für Absetzungsbewegungen. Ohne Wissen der LTV-Verantwortlichen werden beim Sportbüro der Stadt Iserlohn Übungsstunden beantragt und die Gründung eines neuen Vereins, der „Taekwon Do Sportgemeinschaft Iserlohn“, betrieben.
Der einstimmige gemeinsame Beschluss von Vorstand und Ehrenrat, der damit erst zum 2. Mal in der Vereinsgeschichte tätig werden muss, schließt die verantwortlichen Personen aus dem LTV aus. Dann geht es ganz schnell. Die Mitgliedschaft im Fachverband endet zum 31.12.2000. Die Ära Taekwon Do im LTV ist damit beendet.

Volleyball

Diese Abteilung gibt es seit 1974 im Letmather TV und das Innenleben der sich hier zusammenfindenden Personen ist ganz anders als bei den vorweg beschriebenen Sportarten. Von Beginn an ist Volleyball im LTV weiblich dominiert und wird bis in den Berichtszeitraum als homogene Einheit wahrgenommen, die mal mit mehr mal mit weniger Mannschaften und Erfolg am Spielbetrieb teilnimmt. Ärger oder Unfreundlichkeiten, wenn es sie denn gibt, bleiben intern und dringen nicht nach außen.
In der Sportöffentlichkeit wird insbesondere die 1. Damenmannschaft häufig als „Fahrstuhlteam“ nicht besonders freundlich beschrieben. Damit wird man ihr aber nicht gerecht, auch wenn auf einen Aufstieg in die höhere Spielklasse oftmals kurzzeitig wieder eine Klasse tiefer gespielt wird.
Zwischenzeitlich geht auch eine Herrenmannschaft in den Spielbetrieb.
Ein wesentliches Element im LTV-Volleyball sind jahrelang die Hobbymannschaften. Sie sind fleißige Turnierbesucher und in den Jahren 1991 bis 1994 am Großturnier im niederländischen Appeltern beteiligt. Auf der Bezirksebene für die Hobbies geht das LTV-Team wiederholt als Sieger hervor.
1994 gibt es auch Volleyball 20 Jahre im Verein. Anlass für ein Jubiläumsturnier am 13.08. in der Humpferthalle. Im Jahr darauf steigt die Erste in die Landesliga auf. Die Abteilung wächst stetig.
1996 gibt Kriemhild Röttger die Führung der Volleyballer nach 20 Jahren an Michael König ab. Er meldet im Jahr darauf 10 Mannschaften zum Meisterschaftsbetrieb an. Das ist Vereinsrekord. Volleyball für Minis ist was Neues und 1998 sind 30 Kinder mit viel Eifer bei der Sache. Die Verantwortlichen freuen sich über 4 neue C-Trainer.
Beachvolleyball kommt in Mode. Die Damen gewinnen die Iserlohner Beachvolleyball-Meisterschaft und wieder einmal geht es zu den Nachbarn in die Niederlande. Große Begeisterung beim Freilandturnier in Panninga. Erwähnenswert ist auch, dass die E-Jugend die Vorrunde zur Westdeutschen Meisterschaft in Münster erreicht.
Das Volleyballjahrzehnt endet leistungsmäßig zufriedenstellend. Alle Seniorenmannschaften, die Jugendteams, Hobbies und Mixedmannschaften können die Spielklassen halten.

Badminton

Die sechste Abteilung des LTV stellt mit Beginn der Dekade 3 Seniorenmannschaften, 2 Jugendteams und 1 Schülermannschaft. Große Freude kommt auf als bei den Westdeutschen Meisterschaften Marion Hegemann und Sascha Meusel im Doppel überraschend Bronze holen.
Im darauffolgenden Jahr überträgt der Verband dem LTV die Ausrichtung der Endspiele für Minimannschaften. Die jungen Spieler nutzen den Heimvorteil und holen den 2. Platz. 1992 steigt die 2. Mannschaft in die Kreisliga auf. Zwei Jahre später richtet die Abteilung 2 Verbandsturniere aus.
In all den Jahren sind die Spielerinnen und Spieler sehr rege und bemüht, die jeweiligen Spielklassen zu halten, auch wenn das durch Wohnortwechsel und berufliche Veränderungen nicht immer gelingt. Den Gegebenheiten im Volleyball vergleichbar, müssen nach einem Aufstieg mehrfach Rückschläge verkraftet und eine Klasse tiefer neue Anläufe unternommen werden.
1995 ist ein Jahr der Planungen. Vereinsinterne Ranglistenturniere werden eingeführt und Schülervergleichswettbewerbe organisiert. Während die Minis in der Folgezeit weiter Zulauf verzeichnen, werden 1999 plötzlich Damen für den Spielbetrieb gesucht .Mit Glück, Geschick und viel Sportsgeist gelingt es, auch in diesem Sportbereich des LTV den Klassenverbleib zu sichern. Ein besonderes Markenzeichen für Badminton ist die Kontinuität in der Vorstandsbesetzung, verbunden mit solider sportlicher Arbeit und immer neuen Ideen.

Basketball

Am 04.03.1994 wird die jüngste Sportart im LTV, die Abteilung Basketball, von der Mitgliederversammlung bestätigt. Die Entstehung verläuft anders als allgemein üblich. Am Gymnasium Letmathe gibt es eine Basketball-AG. Vier Mannschaften nehmen – noch außer Konkurrenz – am Spielbetrieb des Märkischen Basketballkreises teil.
Die junge Abteilung ist ausbaufähig. In der Saison 1994/1995 befindet sich eine weitere Mannschaft im Spielbetrieb. Die zwei Mädchenteams aus der C- und B-Jugend sind die ersten offiziellen Kreismeister.
Basketball ist in. Die zahlenmäßig stärkste Gruppe bei den Korbjägern sind die Minis. Sie kommt auf 20 Kinder bis zum Alter von 10 Jahren. Die Basketballer freuen sich über weiteren Zulauf. Sieben Teams gehen in die Spielzeit 1995/1996, davon 2 als Schulmannschaften des Gymnasiums.
Die A-Jugend ist am Ende Dritter in der Kreisliga. Zwei Mitglieder absolvieren erfolgreich die Prüfung zum C-Schiedsrichter. Der Aufwind setzt sich 1997 fort. Die D-Jugend ist Vizemeister in der Kreisliga und auch Märkischer Schulmeister.
Es kündigen sich aber schwierige Zeiten an. Die Freizeit- und Funsportarten kommen in Mode und die zunehmende Kommerzialisierung des Sports erreicht Basketball. Unbeeindruckt davon gelingt der C-Jugend der Sprung in die Oberliga des WBV.
1999 ist der Klassenerhalt geschafft. Die B-Jugend holt des Kreismeistertitel und die Minis kämpfen um Körbe und Punkte im offiziellen Spielbetrieb.

Schlusswort

Mit dem Eintritt in das Jahr 2000 endet die Reise des LTV durch die letzten 10 Jahre des 20. Jahrhunderts. Bezugnehmend auf meine Eingangsworte hoffe ich, dass die Leser nicht enttäuscht sind. Nicht alle Begebenheiten und Ereignisse konnten aufgegriffen werden; andere nur verkürzt Erwähnung finden. Der Rahmen und Umfang dieses Rückblicks wäre ansonsten gesprengt worden. Beim Studium der Unterlagen habe ich, das sei gestattet, mich plötzlich wieder als Insider gefühlt. Die Recherche, eine bewegende Tour in die LTV-Vergangenheit, hat wieder viel Spaß bereitet.

im Januar 2022
Mit den besten Grüßen
Wolfgang Rath